60 Jahre AWO: Den Verein prägt ein Geist der Mitmenschlichkeit

Als der Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Diedorf 1953 gegründet wurde, gab es in Diedorf große soziale Not. Vor allem die Heimatvertriebenen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in der sogenannten Rittel-Siedlung ein neues Zuhause fanden, brauchten Unterstützung und Fürsorge. 60 Männer und Frauen hoben schließlich den Ortsverein aus der Taufe. Heute, 60 Jahre später, ist aus den bescheidenen Anfängen ein stabiler und sozial sehr engagierter Verein mit 112 Mitgliedern geworden, der unter Leitung von Hertha Hurler das Leben der Marktgemeinde wesentlich mitprägt. Von Monika Hupka-Böttcher

Vor allem die Bewohner der Schwarzbach- und Böhmerwaldstraße gründeten 1953 die AWO in Diedorf: Allen voran waren es Alfred Förster und seine Frau, Johann Renner, Walter Strauß, Franz Thöndl und Rosa Hejkrlik, die im Vorstand aktiv waren, so Hertha Hurler in ihrem Rückblick. Förster und seine Frau gingen bei Wind und Wetter mit dem Leiterwagen zu Fuß nach Stadtbergen, um Care-Pakete zu holen. Bis 1960 war Alfred Förster Vorsitzender der AWO Diedorf, unter seiner Regie wurde die Kindererholung eingeführt und wurden erstmals Faschingsbälle gefeiert, so Hurler. Dann folgte Herbert Wanner; 1965 übernahm Olga Köpfert die Vereinsleitung, wobei sich viele fragten, ob eine Frau überhaupt einen Verein führen könne. Von 1979 bis 1982 war der damalige Bürgermeister Walter Aust Vorsitzender, seit 31 Jahren ist nun Hertha Hurler Chefin der AWO Diedorf.

Stand zu Beginn die Linderung der sozialen Not im Vordergrund, so kamen im Laufe der Jahre weitere Aktivitäten hinzu: Kinder- und Seniorenerholung, mobile Elternschule, Schach- und Tanzgruppe, mehrtägige Ausflüge im In- und Ausland, Kuraufenthalte, Seniorennachmittage und verschiedene jahreszeitlich geprägte Veranstaltungen, Ferienprogramm und Kulturtage sowie die Mitwirkung bei Festen der Marktgemeinde prägen heute das Vereinsleben. Kinder, Senioren und Bedürftige werden finanziell unterstützt, die Haussammlungen bringen immer gute Ergebnisse.

 

Der Bürgermeister Otto Völk erinnerte daran, dass Diedorf durch Zuzüge geprägt wurde. Nicht nur die Heimatvertriebenen, auch Menschen, die nach der Wende aus Thüringen und Sachsen kamen, brachten neue Ideen mit und haben die Entwicklung der Gemeinde beeinflusst. Die AWO habe deren Lebensbedingungen verbessert und Mitmenschlichkeit vorgelebt, „für Diedorf ist die AWO ein Glücksfall und Hertha Hurler als Gemeinderätin das soziale Gewissen im Rat“, so Völk. Der Vizelandrat Max Strehle bezeichnete den Ortsverein als sozialen Motor und Hilfe für Menschen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. „Der Geist der Mitmenschlichkeit ist über all die Jahre hinweg geblieben“, stellte Strehle fest. Der Kreisvorsitzender Alois Stromayr sagte, die AWO sei in den düsteren Zeiten ein Lichtblick gewesen. Viele engagierte Bürger stünden hier für gelebte Solidarität. Strohmayr dankte nicht nur Hertha Hurler für ihren unermüdlichen Einsatz und Rat im Kreisverband, sondern auch Maria Siegert für die jahrelange Arbeit als stellvertretende Vorsitzende.

Willi Schmid vom Soldaten- und Kameradschaftsverein gratulierte im Namen einiger Ortsvereine mit einem Präsent. Das Fest umrahmt hat das Blechbläserquartett Musica Vera.

Artikel erschienen in der AZ, 24.04.2013l

 

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