Neuwahlen bei der AWO Gersthofen

Im Rahmen der jüngsten Jahreshauptversammlung der Arbeiterwohlfahrt Gersthofen im örtlichen AWO-Seniorenheim freute sich Gerd Pecher, der bereits im Januar zum neuen Vorsitzenden gewählt worden war, neben vielen Mitgliedern auch den Kreisvorsitzenden Alois Strohmayr sowie die Landtagsabgeordnete Dr. Simone Stromayr begrüßen zu dürfen. Zu Beginn nahm Pecher die Totenehrung für die verstorbenen Mitglieder der AWO vor und bat um eine Gedenkminute für die Opfer des abgestürzten Flugzeuges in Frankreich.

Die anstehende Jubilar-Ehrung nahm Alois Strohmayr vor und gratulierte zu 25 Jahren Mitgliedschaft dem Vorsitzenden des OV, Gerd Pecher, sowie Karl Lauber und Kurt Häusler.

In seinen Rechenschaftsbericht ging Pecher auf die Werbeaktion und auf den traditionell durchgeführten Neujahrsempfang des Ortsvereins ein sowie auf die Gedenkveranstaltung im Augsburger Rathaus zu Ehren des Gründers der schwäbischen AWO, Clemens Högg, an welcher auch der Vorstand aus Gersthofen teilgenommen hatte. Das beliebte Sommerfest im Seniorenheim gestaltet sich heuer als einen Tag der offenen Tür am 13. Juni. Zum Schluss seines Berichtes bedankte sich Pecher bei dem aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Vorsitzenden Max Jünger.

Die anschließenden Neuwahlen ergaben folgende Ergebnisse: zweiter Vorsitzender Helmut Bauer; Kassier Dr. Rudi Michel; zweiter Kassier Joachim Blech; Schriftführerin Marie-Luise Pecher; stellv. Schriftführerin Christina Bauer und als Beisitzer Nora Michel; Christian Miller, Ilse Hillebrand und Josef Seidel.

Als Referentin war die Landtagsabgeordnete Simone Strohmayr geladen. Sie ging in ihrem Vortrag auf die Schere zwischen Arm und Reich in Bayern ein. Die Armutsquote ist auf 11,3 % angestiegen; 83 % der Befragten in Bayern sind der Meinung, dass mehr getan werden muss, um die Armut zu bekämpfen. In Bayern sind 1,6 Millionen Menschen (=12,5%) der Bevölkerung arm, erhalten also unter 892 Euro im Monat. Bei den Alleinerziehenden sind es in Bayern 13,8 %, bei den Alleinerziehenden mit Migrationshintergrund sind es sogar 66,3 %. Als eine der Hauptursachen der Armut ist in Bayern unter anderem der Mangel an bezahlbarem Wohnraum auszumachen. "Das muss sich ändern", forderte die Abgeordnete, "wir brauchen mehr Sozialwohnungen und eine feste staatliche Co-Finanzierung.

Zu den weiteren Armutsrisikofaktoren gehören Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. 2010 arbeiteten 35 % der Bayern befristet oder als Minijober (24% im Jahr 2000). Besonders Frauen sind betroffen, sie arbeiten weitaus häufiger in prekärer Beschäftigungen mit der Folge, dass ihre Renten niedrig ausfallen. Die durchschnittliche Frauenrente in Bayern beträgt 529 € (gegenüber 949 € bei den Männern).

Strohmayr weiter: "Außerdem stehen wir vor einem erheblichen demokratischen Wandel. In 20 Jahren wird es mehr ältere Menschen geben als heute. Das bedeutet auch, dass pflegebedürftige Menschen auf eine Zahl von 60000 anwachsen." Sind wir auf diese Entwicklung vorbereitet? "Nein", meinte die Referentin, "wir haben viel zu wenig Pflegekräfte. Warum ist das so? Menschen, die in der Pflege arbeiten, verdienen zu wenig! Immerhin hat die SPD dafür gesorgt, dass Alten- und Krankenpfleger eine kostenlose Ausbildung erhalten. Früher musste man noch Schulgeld zahlen. Es ist außerdem gut, dass Verdi dieses Thema aufgegriffen hat mittels einer Kampagne für bessere Verdienstmöglichkeiten in Sozialberufen. Das müssen wir unterstützen."

 

 

 

 

 

 

 

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